Die Junge Werkstatt - Berufsbezogene Jugendhilfe

Die Junge Werkstatt

Gütesiegel soziale und berufliche Integration
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Chronik

1975

Jugendprojekt

Angesichts steigender Jugendarbeitslosigkeit wird das Jugendprojekt gegründet. Träger ist die Evang.-Luth. Gesamtkirchengemeinde Augsburg in Kooperation mit dem Arbeitsamt Augsburg, dem Stadtjugendring und der Drogenhilfe Schwaben. Ziel ist die Integration arbeitsloser Jugendlicher ins Berufsleben. Die Methode ist Beratung, Anleitung und Arbeit. Die Jugendlichen renovieren zunächst soziale Einrichtungen unter der Anleitung der jeweiligen pädagogischen Mitarbeiter vor Ort.


1977

Ein Hauptamtlicher und eine Werkstatt

Ein hauptamtlicher Mitarbeiter betreut 12 Jugendliche in der ersten eigenen Werkstatt. Sie wird eingerichtet im ehemaligen Bethaus der Evangelischen Kirchengemeinde St. Paul im Augsburger Stadtteil Pfersee, Jakobine-Lauber-Straße 5.


1979

Holz, Farbe, Textil

Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung finanziert eine Sozialpädagogenstelle und eine Stelle für einen handwerklichen Anleiter.

Nach Umbauarbeiten im alten Bethaus ist die Grundlage für eine qualifizierte handwerkliche Unterweisung der Jugendlichen in den Bereichen Holz, Farbe und Textil geschaffen.


1979 - 1984

Drei Handwerkerstellen

Es gelingt die feste Verankerung von drei Handwerkerstellen.


1989

Konzept Arbeiten und Lernen

Das Konzept Arbeiten und Lernen: Die berufliche Qualifizierung anhand von Auftragsarbeit in den Werkstätten Schreinerei, Schneiderei und Malerei wird verknüpft mit einem 10-stündigen Bildungsteil. Hier verbessern die Jugendlichen schulisches Grundwissen und ihre Allgemeinbildung. Sie üben lebenspraktische Fertigkeiten für ein selbständiges Leben.


1994

Ausbildung

Das Jugendprojekt bietet die handwerkliche Vollausbildung an: Die ersten Auszubildenden beginnen als SchreinerInnen und Damenschneiderinnen.


1995

Die Junge Werkstatt

Nach 20 Jahren Jugendprojekt heißt es nun: Die Junge Werkstatt. Die Projektphase ist abgeschlossen, das Angebot "Arbeit, Bildung und Beratung" für arbeitslose Junge Menschen hat sich bewährt und gefestigt.


2000

Gründung der gGmbH

Die Junge Werkstatt hat Betriebsstrukturen angenommen, sie wird zur gemeinnützigen GmbH mit der Evang.-Luth. Gesamtkirchengemeinde Augsburg als alleiniger Gesellschafterin.

Fünf Meisterwerkstätten

Als jüngste Abteilung kommt der Garten-/Landschaftsbau zu den bestehenden Gewerken, der Schreinerei, der Schneiderei, der Schlosserei und der Malerei.


2004

Das Haus ist zu klein geworden - Filiale im Dierig-Park

Bis 2004 kann das Angebot an Jugendliche erweitert werden auf 20 Ausbildungsplätze und 18 ABM-Plätze. Zugleich beschert die wachsende Not auf dem Ausbildungsstellenmarkt der Jungen Werkstatt einen Nachfragerekord: Auf eine Lehrstelle bewerben sich mehr als 70 junge Menschen. Im Fachteam arbeiten zu dieser Zeit 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, viele davon in Teilzeit. Werkstätten und Büros in der Jakobine-Lauber-Straße platzen aus allen Nähten. Im Juni 2004 kann die Filiale im Dierig-Park bezogen werden. Schreinerei, Maler-/Lackiererei und Pädagogik finden hier neue Räume.


2005

30 Jahre Die Junge Werkstatt - 30 Jahre Jugendarbeitslosigkeit

Jugendarbeitslosigkeit ist in den vergangenen Jahrzehnten zum festen Bestandteil der Arbeitsmarkstatistiken geworden. Die Junge Werkstatt hat darauf reagiert mit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung des Konzepts, Professionalisierung der Arbeit mit und für die Jugendlichen und dem Ausbau des Bereichs Ausbildung.

Gütesiegel "Soziale und Berufliche Integration"

Als erste Einrichtung der Berufsbezogenen Jugendhilfe in Bayern erhält Die Junge Werkstatt das Gütesiegel Soziale und Berufliche Integration der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Bayern e.V. Es bescheinigt den hohen Qualitätsstandard unserer Arbeit für die Integration Jugendlicher mit erhöhtem Förderbedarf in Beruf und Gesellschaft.


2006

Projekt Neue Arbeit

Im Rahmen der Initiative "Pro Jugend" der Stadt Augsburg startet Die Junge Werkstatt in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft für Beschäftigung Augsburg ihr Projekt Neue Arbeit. Knapp 50 arbeitslose Jugendliche mit vielfältigem Förderbedarf werden in den Bereichen Gebäudereinigung, Grünpflege und Holz beschäftigt, angeleitet und z.T. ausgebildet. Der Bereich Pflege/Hauswirtschaft und das niedrigschwellige Angebot HaWAI kommen 2008 hinzu.


2008

Qualität

Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe      Umweltpakt Bayern

Mit dem Zertifikat "Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe" QuB garantiert Die Junge Werkstatt ihren Kunden betrieblichen Umwelt- und Gesundheitsschutzschutz über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Ein Umweltmanagementsystem ist nun in die Betriebsstrukturen integriert.

Die Junge Werkstatt stellt sich einer erneuten Gesamtzertifizierung für das Gütesiegel "Soziale und Berufliche Integration" der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Bayern e.V. und erhält die Auszeichnung mit einem herausragenden Ergebnis.


2010

Erfolgreiche Rezertifizierung für das Qualitätssiegel QuB.
Die Umweltziele 2008/09 wurden umgesetzt.

35 Jahre Jubiläum

Die zukunftsorientierte Weiterentwicklung unseres Konzepts und unserer fachlichen Qualität steht im Mittelpunkt. Angesichts eines drohenden Facharbeitermangels in der Wirtschaft ist es zunehmend wichtig, die Gruppe von benachteiligten Jugendlichen mit Vermittlungshemmnissen fit zu machen für den Arbeitsmarkt. Durch berufliche Qualifizierung und pädagogische Förderung können sie ihre Potenziale entfalten und einen Gesellen- oder Facharbeiterbrief erwerben.

Die Junge Werkstatt stellt 10 Plätze in Beruflichen Einstiegsmaßnahmen und 35 Ausbildungsplätze zur Verfügung sowie weitere 6 Ausbildungsplätze im Projekt Neue Arbeit. Die Junge Werkstatt ist damit einer der großen Ausbildungsbetriebe für Handwerk und Dienstleistung in der Region.


2011

Umzug an die Eberlestraße und neue Abteilung Fahrrad+Service

Seit August 2011 arbeiten alle Abteilungen der Jungen Werkstatt im Dierig Dienstleistungszentrum an der Eberlestraße.

Nach über 30 Jahren haben wir im August 2011 unseren Standort Jakobine-Lauber-Straße 5, gleich hinter dem Kaufhaus Konrad, nun endgültig verlassen. Die Abteilungen GaLa-Bau, Schlosserei, Schneiderei und Verwaltung sind in neue, größere Räume auf dem Dierig-Gelände umgezogen. Aus den Anfängen im ehemaligen Betsaal der evangelischen Kirchengemeinde St. Paul ist ein sozialer Betrieb gewachsen, der sich auch aktuell wieder erweitert hat mit der Abteilung Fahrrad+Service.

Die neuen Werkstätten und Büros (Haus A) entstanden in der Shedhalle der ehemaligen Weberei auf dem Dierig-Gelände, schräg gegenüber unserer bereits bestehenden Filiale mit Schreinerei, Malerei und pädagogischem Zentrum (Haus B). Im Haus A empfangen wir nun unsere Kunden und Gäste in einem einladenden Eingangsbereich. (s. Anfahrtsplan)


Verleihung des Augsburger Zukunftspreises 2011 an Die Junge Werkstatt

Augsburger Zukunftspreis 2011

Unsere Jugendwerkstatt erhält den ersten Preis in der Kategorie Agenda 21 / Nachhaltige Entwicklung.

Die Jury überzeugten besonders Kontinuität und erfolgreiche Entwicklung der Jugendwerkstatt über 36 Jahre. Die Junge Werkstatt „ist einer der verborgenen Schätze unserer Stadt, der schon vielen hundert Jugendlichen mit mehrfachem Förderbedarf Lebensmut und berufliche Perspektiven vermittelt hat. Dabei spielen ökonomischer Realismus und ökologische Verantwortung eine ebenso gewichtige Rolle wie die des modernen barmherzigen Samariters.“ (Aus der Begründung der Jury, Augsburger Zukunftspreis 2011, S. 8)


2012

Projekt Neue Arbeit muss schließen

In der Folge der Sparbeschlüsse der Bundesregierung im Zusammenhang mit der „Instrumentenreform“ der Bundesagentur für Arbeit ist das Jobcenter Augsburg Stadt gezwungen, die Finanzierung der Plätze im Programm „PROJugend“ um mehr als 50% zurückzufahren. Als Kooperationspartner in diesem Programm kann Neue Arbeit unter den neuen Förderbedingungen nicht mehr finanziert werden. Es muss zum 30. Juni geschlossen werden.


Peter Leinauer tritt als Geschäftsführer zurück

Die Junge Werkstatt wird 2011/12 einem umfassenden Prüfverfahren durch ihren Hauptzuschussgeber, dem Europäischen Sozialfond ESF, unterzogen. Um eine schnelle und umfassende Aufklärung zu ermöglichen, legt Peter Leinauer sein Amt als Geschäftsführer der Jungen Werkstatt zum 31. Mai 2012 nieder. Die Geschäftsführung übernimmt Manuela Bierbaum.

Seit den Anfängen der Jungen Werkstatt war Peter Leinauer Mitarbeiter, Leiter und zuletzt Geschäftsführer der Einrichtung unter dem Dach der Evangelischen Kirche. Er entwickelte sie in dieser Zeit zusammen mit dem Team zu einer Vorzeigeeinrichtung in Bayern für die berufliche Qualifizierung benachteiligter Jugendlicher.


2013

Die Dekanatssynode sichert den Betrieb der Jungen Werkstatt

Mit ihrem Beschluss zur Neustrukturierung der Jungen Werkstatt sichert die evangelische Dekanatssynode am 22.11.2013 eine Fortführung des Betriebs. Aufgrund immer weiter zurückgehender Fördergelder war das strukturelle Defizit der Einrichtung zuletzt extrem angestiegen. Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde wird in den nächsten Jahren eine Umstrukturierung des Betriebs unterstützen. Ziel ist es, den Einsatz der Kirche für benachteiligte junge Menschen auf einer wirtschaftlich verantwortbaren Basis zu verwirklichen. Angestrebt ist eine fortschreitende Kooperation der Jungen Werkstatt mit Diakonie Handwerksbetriebe bis hin zu einer Zusammenlegung der beiden Sozialbetriebe.


2014

Bernd Radtke als Geschäftsführer in der Jungen Werkstatt

Der neue Geschäftsführer Bernd Radtke beginnt seine Aufgabe am 01. April. Gleichzeitig übernimmt er auch die Geschäftsführung für eine zweite Einrichtung, der Diakonie Handwerksbetriebe DHB.

Betriebliches Umwelt- und Gesundheitsmanagement ohne QuB-Zertifikat

Die Junge Werkstatt bleibt mit einem umfassenden Gesundheitskonzept und umweltbewusstem Management bei ihren hohen Standards. Abgesichert sind diese in den beiden Qualitätssystemen des Gütesiegels und der AZAV-Trägerzertifizierung. Die Zertifizierung im Rahmen des QuB wird eingestellt.


2015

Abbau der Ausbildungsplätze und Schließung der Schneiderei

In Folge der notwendigen finanziellen Konsolidierung des Betriebs müssen die Ausbildungsplätze ab Herbst 2015 stark reduziert werden, im ersten Schritt von 31 auf 20 Plätze. Die Hauptzuschussgeber, der Europäische Sozialfond ESF und das Bayerische Sozialministerium, fahren ihre Förderung für diesen Bereich drastisch zurück. Eine Konsequenz ist die Schließung der Schneiderei im Juni 2016. Damit fallen nachgefragte Ausbildungsplätze für junge Frauen mit schlechten Startchancen weg, ebenso wie die Arbeitsplätze der Schneidermeisterinnen.


40 Jahre Die Junge Werkstatt in Augsburg

40 Jahre Jubiläum

In turbulenten Zeiten feiert Die Junge Werkstatt ihr 40-jähriges Jubiläum. Einerseits eine Erfolgsgeschichte, denn unzählige junge Menschen nutzten ihre besondere Chance in diesem Sozialbetrieb und erarbeiteten sich gemeinsam mit ihren Meistern/innen und Pädagogen/innen solide berufliche Qualifikationen und die Grundlagen für ein selbstbestimmtes Leben.

Andererseits eine Geschichte mit ungewissem Ausgang, denn die finanzielle Förderung für den Arbeitsbereich bricht weg, die Ausbildung in der bisherigen Form wird komplett auslaufen.


2015 / 2016

Neue Projekte in der Jungen Werkstatt

UM-Projekt Philmon

Angebote für junge Geflüchtete, niedrigschwellige Einstiegsmaßnahmen und eine Assistierte Ausbildung in Bauberufen laufen an, teilweise als zeitlich begrenzte Modellprojekte. Kooperationspartner sind die Bayerische Landeskirche, Diakonie Augsburg sowie die Bayerische Bauinnung mit der SOKA Bau.


Rollfiets

In Zusammenarbeit mit der Stadt Augsburg, Fachbereich Sozialplanung, startet im Sommer 2015 der Verleihservice für ein Rollstuhl Transportfahrrad, dem RollFiets.