
Angesichts steigender Jugendarbeitslosigkeit wird das Jugendprojekt gegründet. Träger ist die Evang.-Luth. Gesamtkirchengemeinde Augsburg in Kooperation mit dem Arbeitsamt Augsburg, dem Stadtjugendring und der Drogenhilfe Schwaben. Ziel ist die Integration arbeitsloser Jugendlicher ins Berufsleben. Die Methode ist Beratung, Anleitung und Arbeit. Die Jugendlichen renovieren zunächst soziale Einrichtungen unter der Anleitung der jeweiligen pädagogischen Mitarbeiter vor Ort.
Ein hauptamtlicher Mitarbeiter betreut 12 Jugendliche in der ersten eigenen Werkstatt. Sie wird eingerichtet im ehemaligen Bethaus der Evangelischen Kirchengemeinde St. Paul im Augsburger Stadtteil Pfersee, Jakobine-Lauber-Straße 5.
Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung finanziert eine Sozialpädagogenstelle und eine Stelle für einen handwerklichen Anleiter.
Nach Umbauarbeiten im alten Bethaus ist die Grundlage für eine qualifizierte handwerkliche Unterweisung der Jugendlichen in den Bereichen Holz, Farbe und Textil geschaffen.
Es gelingt die feste Verankerung von drei Handwerkerstellen.
Das Konzept Arbeiten und Lernen: Die berufliche Qualifizierung anhand von Auftragsarbeit in den Werkstätten Schreinerei, Schneiderei und Malerei wird verknüpft mit einem 10-stündigen Bildungsteil. Hier verbessern die Jugendlichen schulisches Grundwissen und ihre Allgemeinbildung. Sie üben lebenspraktische Fertigkeiten für ein selbständiges Leben.
Das Jugendprojekt bietet die handwerkliche Vollausbildung an: Die ersten Auszubildenden beginnen als SchreinerInnen und Damenschneiderinnen.
Nach 20 Jahren Jugendprojekt heißt es nun: Die Junge Werkstatt. Die Projektphase ist abgeschlossen, das Angebot "Arbeit, Bildung und Beratung" für arbeitslose Junge Menschen hat sich bewährt und gefestigt.
Die Junge Werkstatt hat Betriebsstrukturen angenommen, sie wird zur gemeinnützigen GmbH mit der Evang.-Luth. Gesamtkirchengemeinde Augsburg als alleiniger Gesellschafterin.
Als jüngste Abteilung kommt der Garten-/Landschaftsbau zu den bestehenden Gewerken, der Schreinerei, der Schneiderei, der Schlosserei und der Malerei.
Bis 2004 kann das Angebot an Jugendliche erweitert werden auf 20 Ausbildungsplätze und 18 ABM-Plätze. Zugleich beschert die wachsende Not auf dem Ausbildungsstellenmarkt der Jungen Werkstatt einen Nachfragerekord: Auf eine Lehrstelle bewerben sich mehr als 70 junge Menschen. Im Fachteam arbeiten zu dieser Zeit 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, viele davon in Teilzeit. Werkstätten und Büros in der Jakobine-Lauber-Straße platzen aus allen Nähten. Im Juni 2004 kann die Filiale im Dierig-Park bezogen werden. Schreinerei, Maler-/Lackiererei und Pädagogik finden hier neue Räume.
Jugendarbeitslosigkeit ist in den vergangenen Jahrzehnten zum festen Bestandteil der Arbeitsmarkstatistiken geworden. Die Junge Werkstatt hat darauf reagiert mit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung des Konzepts, Professionalisierung der Arbeit mit und für die Jugendlichen und dem Ausbau des Bereichs Ausbildung.
Als erste Einrichtung der Berufsbezogenen Jugendhilfe in Bayern erhält Die Junge Werkstatt das Gütesiegel Soziale und Berufliche Integration der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Bayern e.V. Es bescheinigt den hohen Qualitätsstandard unserer Arbeit für die Integration Jugendlicher mit erhöhtem Förderbedarf in Beruf und Gesellschaft.
Im Rahmen der Initiative "Pro Jugend" der Stadt Augsburg startet Die Junge Werkstatt in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft für Beschäftigung Augsburg ihr Projekt Neue Arbeit. Knapp 50 arbeitslose Jugendliche mit vielfältigem Förderbedarf werden in den Bereichen Gebäudereinigung, Grünpflege und Holz beschäftigt, angeleitet und z.T. ausgebildet. Der Bereich Pflege/Hauswirtschaft und das niedrigschwellige Angebot HaWAI kommen 2008 hinzu.
Mit dem Zertifikat "Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe" QuB garantiert Die Junge Werkstatt ihren Kunden betrieblichen Umwelt- und Gesundheitsschutzschutz über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Ein Umweltmanagementsystem ist nun in die Betriebsstrukturen integriert.
Die Junge Werkstatt stellt sich einer erneuten Gesamtzertifizierung für das Gütesiegel "Soziale und Berufliche Integration" der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Bayern e.V. und erhält die Auszeichnung mit einem herausragenden Ergebnis.
Die zukunftsorientierte Weiterentwicklung unseres Konzepts und unserer fachlichen Qualität steht im Mittelpunkt. Angesichts eines drohenden Facharbeitermangels in der Wirtschaft ist es zunehmend wichtig, die Gruppe von benachteiligten Jugendlichen mit Vermittlungshemmnissen fit zu machen für den Arbeitsmarkt. Durch berufliche Qualifizierung und pädagogische Förderung können sie ihre Potenziale entfalten und einen Gesellen- oder Facharbeiterbrief erwerben.
Aktuell stellt Die Junge Werkstatt 10 Plätze in Beruflichen Einstiegsmaßnahmen und 35 Ausbildungsplätze zur Verfügung sowie weitere 6 Ausbildungsplätze im Projekt Neue Arbeit. Die Junge Werkstatt ist damit einer der großen Ausbildungsbetriebe für Handwerk und Dienstleistung in der Region.